Kunde bei der Regierung - Georg Tassev

Vorwort des Regierungspräsidenten

Der Kunsthistoriker Wolfgang Braunfels bemerkte einmal, das Entscheidende beim Umgang mit Kunst sei, dass dem Betrachter zunächst „etwas auffällt“ und dann „etwas einfällt“.

Bei den Bildern des aus Bulgarien stammenden Künstlers Georg Tassev trifft diese Definition uneingeschränkt zu. Es fällt zunächst die Farblichkeit, ja Leichtigkeit, auf, weniger ein Motiv. Bei einer intensiveren Auseinandersetzung fällt einem dazu auch etwas ein, natürlich nicht jedem dasselbe. Gleichwohl werden viele Betrachter den Eindruck haben, dass die Bilder zunächst gegenständlichen Ursprungs waren und erst im Laufe der Arbeit ihre eigentlichen Ausdrucksformen fanden.

Ich freue mich, wieder einen Künstler in unserem Hause begrüßen zu können, dessen Bilder zu Diskussionen hinreißen. Denn je mehr Meinungen auf ein Bild oder Objekt treffen, um so mehr setzt sich der Betrachter mit dem Werk auseinander und um so größer ist auch das Interesse an einer Ausstellung. Oskar Wilde hat einmal gesagt, dass „Meinungsverschiedenheiten über ein Kunstwerk beweisen, dass das Werk neuartig, vielfältig und lebendig ist.“

Beim Rundgang durch die Ausstellung wünsche ich Ihnen interessante Diskussionen und natürlich viel Freude beim Betrachten der Bilder.

Dr. Wolfgang Kunert
Regierungspräsident
KUNST BEI DER REGIERUNG

 

Zum Geleit

„Alea iacta est“. „Die Würfel sind gefallen“. Nach einem optischen Ausflug in die Welt des Maler- und Lackiererhandwerks an Hand einer Fachausstellung kehrt wieder zeitgenössische Kunst in die Regierung der Oberpfalz zurück. An Würfelformen konnten traditionelle und moderne Schmucktechniken in der Oberflächengestaltung studiert werden.

Mit dem Künstler Georg Tassev, der in Kjustendil, Bulgarien geboren ist, stellt sich ein Künstler vor, der sich schon viele Jahre ins kulturelle Leben der Stadt Regensburg einbringt. Ihm ist es gelungen, sich über die Jahre hin von traditioneller künstlerischer Darstellung zu lösen und eine eigene künstlerische Handschrift zu entwickeln. In seiner ruhigen, unaufdringlichen Art führt er uns in seine Bild-Gedankenwelten ein.

Im Jahr 2006 wird die Reihe fortgesetzt mit Künstlerinnen und Künstlern aus dem östlichen, nördlichen und westlichen Teil des Regierungsbezirkes. Ebenso möchte der BBK Niederbayern/Oberpfalz e.V. im Jahr seines 60. Jubiläums auf sein Engagement im kulturellen Leben in Ostbayern hinweisen.

Der treue Kreis der Ausstellungsbesucher, der mit jeder Eröffnung neue Kunstinteressenten für die Reihe „Junge Kunst in der Regierung“ hinzugewinnt, ist eine kleine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg.

Mein Dank gilt allen, die diese Ausstellungsreihe möglich machen und mit Rat und Tat unterstützen.

Ludwig Bäuml
Maler/Objektkünstler
1. Vorsitzender BBK Ndb./Opf.

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